Analoge Fotografie - so wie ich es mache

Eigentlich wollte ich mir die Mühe ersparen, die man sich beim Fotografieren mit Film aufhalst. Digital ist doch so einfach, schnell und bequem.
Durch den Kauf der Revueflex SC2 und der Nikon F-501 war ich nun gezwungen, mich wieder mit den Umständen der analogen Fotografie auseinanderzusetzen. Ich berichte hier vom Status Quo, so wie ich derzeit Fotos mit den Analogis mache.


Der Film - ohne geht es nicht

Farbe oder schwarz-weiß?

Für mich keine Frage, analog geht heute nur in schwarz-weiß.

Wenn man mit den Oldtimern loszieht, dann muss diese Fotopirsch etwas Besonderes an sich haben. Herumhantieren mit der alten Technik, bedenken, was alles anders läuft, genau zu überlegen, wofür man das Stückchen Negativ verschwendet. Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Zweifarbigkeit.

Hersteller und Filmarten

Welch' weites Feld ...

Es gibt nicht mehr viele Marken und Filme auf dem Markt, aber sie sind alle besonders, jeder Film ist anders, Korn, Auflösung usw. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Obwohl das Angebot begrenzt ist, ist noch ausreichend Platz zum Experimentieren.

Hier eine Liste der von mir bislang benutzten Filme und meiner Erfahrung damit:

Ilford XP 2 Super (ISO 400)
Dieser Film war der erste in der Revueflex SC 2, sollte eigentlich die Qualität der alten Kamera unter Beweis stellen, ist dafür aber vollkommen ungeeignet. Wurde mir ohne Beratung verkauft, hätte ich gewusst, dass dieser Film im Farbprozess entwickelt werden muss und sich durch bläulich-braune Verfärbungen auszeichnet, ich hätte einen anderen genommen.
Anfänglich hatte ich den Film versucht, farbverfälscht zu digitalisieren - bin dann aber zum normalen Schwarz-Weiß übergegangen. Dann ist der Film fein auflösend und interessant in der Helligkeitsverteilung. Spannend.

Ilford FP 4 Plus (ISO 125)
Entwickelt sich wohl zu meinem Liebling. Obwohl wenig empfindlich schönes, leichtes Korn, schöne Kontraste, schöne Fotos. Bereits zweimal in der Nikon F-501 eingesetzt.
Der Film ist auch mein Lieblingsfilter beim Umwandeln von farbigen Digitalfotos in schwarz-weiß mittels Siver-Effex aus der NIK-Collection.

Ilford HP 5 Plus (ISO 400)
War der zweite Film in der Revueflex SC2, damit ich wirklich mal die Qualität von Kamera und Linsen erkennen kann. Hat eine feine Zeichnung, angenehme Kontraste und ein stärkeres, sichtbares Korn. Kann mit Graufilter auch bei schönem Wetter belichtet werden.


Die Filmentwicklung

Gar nicht mehr so einfach!

In Bremen gibt es zwei Fotofachgeschäfte, beide entwickeln Filme nicht mehr selbst, der eine schickt die Filmkartusche nach Leipzig, der andere nach Hamburg. Das dauert seine Zeit, der Preis ist nicht sehr hoch und das Ergebnis ist in Ordnung. Ich werde mal suchen, ob ich noch jemanden am Ort finde, der s/w-Filme selbst entwickelt.

Natürlich könnte ich mir auch eine Entwicklerdose, Chemikalien, eine Uhr usw. zulegen und die Gästetoilette zur Dunkelkammer umfunktionieren. Genau das wollte ich aber nicht, als ich mich wieder der analogen Fotografie zuwandte - bislang jedenfalls nicht.


Digitalisierung

Durch die Digitalfotografie ist der PC und der Monitor zu wichtigen Werkzeugen geworden, da müssen dann auch die analogen Schätze in die digitale Welt überführt werden.

Mein Weg zum digitalisierten Negativ ist unter dem Punkt Negativscanner zusammengefasst.


Fotos auf Papier

Da haben wir schon das "Böse Wort" - PAPIER.

Es gibt kein echtes Schwarz-Weiß-Papier mehr. Die normalen Labore (egal welche) belichten nur noch auf Farbpapier. Sicher wird es noch Spezialisten in Deutschland geben, die noch auf echtem s/w-Papier belichten, aber zu einem erheblich höheren Preis, den ich nur bei erstklassigen Fotos bereit wäre auszugeben.

Meine Erfahrung ist, dass man ein digitales Schwarz-Weiß-Foto auch auf Farbpapier in schwarz und weiß entwickeln kann. Im Zweifel muss man auf die Zweifarbigkeit hinweisen oder einfach reklamieren.

 


Kontakt Impressum Letzte Aktualisierung am 09.12.2017