Vintage-Kamera: Nikon F-501

Nikons erste analoge Spiegelreflexkamera mit Autofokus. Camera of the Year 1986.

Nikon F 501 mit Nikkor 28-70 4-5.6 D und 80er-Jahre-Gurt

Die Nikon F-501

Eigentlich wollte ich ja keine analoge Kamera mehr, aber im Hinterkopf schwelt nun mal die Begeisterung für Technik, zumal mechanisch / analog. Auf der Suche nach einer besonderen Kamera, die man auch noch benutzen kann, habe ich im Portfolio von Nikon schnell die F-501 als Zielobjekt gehabt - eine Kamera zwischen den Welten, die klassisches Aussehen mit moderner(er) Technik vereint.

Meine Nikon F-501 lief mir in erstklassigem Erhaltungszustand in einem Internet-Auktionshaus über den Bildschirm, angeblich voll funktionstüchtig und sehr gut erhalten. Mein 50er Objektiv mit dem Stangen-AF würde ja passen und dann hatte ich vermutlich noch das Glück des unglücklichen Termins - für 23,01 Euro + Versand wechselte der Body den Eigentümer.

Aufgeregt öffnete ich das Paket, mein Wunsch-Oldtimer für den Preis? Ja, alles war und ist super. Sie hat nur einen kleinen Kratzer auf dem Spiegelkasten und eine Schramme auf der als Zubehör gelieferten Batteriefachabdeckung für vier AA-Batterien - kann passieren. Normal wird die Kamera mit vier AAA-Batterien betrieben, der originale Deckel ist unversehrt.

Der Belichtungsmesser gibt ordentliche Zeiten, Verschluss klingt gut, Dichtungen und Spiegeldämpfer wirken neuwertig - wo hat die Kamera die letzten Jahrzehnte verbracht? Das Nikkor 50 1,4 D drauf, Ilford FP4 rein und "vollgeknipst". Begeisterung machte sich breit. Sie bekam dann auch noch das Nikkor 28-70 3,5-4,5 D (mit HB-6) als eigenes "Immerdrauf" für 59 Euro spendiert, dazu einen zeitgenössischen 80er-Jahre-Gurt.

Kamera und Technik

Die Nikon F-501 ist baugleich mit der F-301, die F-501 ist Nikons erste Spiegelreflexkamera mit Autofokus.

Die Nikon F-501 ist für mich die Kamera auf der Grenze zwischen alt und neu, mit ihren klassischen Bedienelementen sieht man ihr das Alter an, durch den (einfachen) Autofokus ist aber die Neuzeit schon eingezogen. Die Haptik und die Rädchen an der Kamera haben mich von Beginn an begeistert, sie lässt sich intuitiv bedienen.

Mit einer minimalen Auslösezeit von 1/2000s, der Blendenautomatik und drei Vollautomatikmodi war sie zu ihrer Zeit eine moderne Kamera und zu Recht "Camera of the Year 1986". Sie war von Anfang angelegt für den engagierten Amateur, keine Profikamera. Verarbeitung, Gewicht und Bedienung lassen aber keinen Zweifel aufkommen, mit einer wertigen Kamera zu fotografieren.

Der AF ist zugegebenermaßen etwas langsam, trifft auch nicht immer, zeigte aber bereits, wo die Entwicklung hingeht. Neben AF-S (stable) ist auch AF-C (continous) und natürlich M im Angebot. Zum manuellen Fokussieren habe ich eine unbenutzte Nikon Einstellscheibe "Typ J" für AF F501 / N2020 mit Schnittbild eingebaut, die teurer war als der Kamerabody. Jetzt ist das manuelle Fokussieren erheblich einfacher geworden.

Ich fotografiere zumeist mit Blendenautomatik, aber die Progammfunktionen sind schon außergewöhnlich. Übrigens gibt es einen kleinen Piepser, falls die Belichtung zu lang werden könnte - leider noch unabhängig von der Brennweite. Der Filmtransport ist elektrisch, zurückspulen muss man aber klassisch mit einer kleinen Kurbel. Dabei kann man in einem kleinen Sichtfenster verfolgen, ob sich da drinnen noch etwas tut oder ob man fertig ist (so kann man immer ein kleines Stück herausschauen lassen). Nikon F-501 von Peter Class aus dem Foto-Magazin-Verlag

Die originale, deutsche Bedienungsanleitung war übrigens auch dabei und das Foto-Magazin-Buch Nikon F-501 von Peter Class habe ich durch Zufall in exzellentem Zustand vor kurzem auch gefunden.

Links

Weitere Einzelheiten zu dieser Kamera mit diesen Links:

Fazit

So, nun ist der Nikon-Oldtimer fertig! Komplett, gut erhalten und voll funktionstüchtig für ca. 120 Euronen.

Wenn ich von High-Tech mal die Nase voll habe, fädele ich gern einen Film in die F-501 ein und gehe klassisch fotografieren. Ich muss dann zwar auf die Negative warten und sie auch erst digitalisieren, aber der Spaßfaktor von A-Z ist riesig.
Und die Ergebnisse übrigens auch!


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